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Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Die Agnes Miegel-Gesellschaft e.V. lädt ein zu den

Agnes-Miegel-Tagen 2016

im Hotel Hannover, Buchenallee 1, 31542 Bad Nenndorf

                                    

Freitag, 11. März 2016

16:00 Uhr:    Prof. Guido Fuchs (Hildesheim): „Herkus, Gaudins und ihre Brüder: Der ‚schöne Knabe‘ bei Agnes Miegel und in der deutschen Literatur“

17:30 Uhr:    Agnes Miegels Erzählung „Das Osterwunder“, gelesen von Dr. Hajo Buch (Mettmann)

Samstag, 12. März 2016

10:00 Uhr:    Mitgliederversammlung (Einlass ab 9:30 Uhr)

anschließend:         Lieder zum Mitsingen mit Udo Kassebeer (Varrel)

Mittagspause

14:15 Uhr:    Gedenken an Agnes Miegels Grab

Kaffeepause

15:30 Uhr:     Prof. Vladimir Gilmanov (Kaliningrad/Königsberg): Vortrag: „Agnes Miegels Liebesmotiv in der dichterischen Phänomenologie des ostpreußischen Geistes“
anschließend: Gelegenheit zur Diskussion

Änderungen vorbehalten

E i n t r i t t   f r e i – S p e n d e n   e r b e t e n – G ä s t e   w i l l k o m m e n

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„Als ich nach Weimar in die Pension kam …“ Aus Briefen und Erinnerungen von Agnes Miegel über ihre Zeit im Mädchenpensionat 1894 bis 1896, hrsg. von Jens Riederer und Marianne Kopp (Jahresgabe 2013-2015 der Agnes-Miegel-Gesellschaft), Bad Nenndorf 2015 (160 S. mit 32 Abb.) ISBN 978-3-928375-30-6, Preis 16,95 €, zu beziehen über Agnes-Miegel-Gesellschaft e.V., 31542 Bad Nenndorf, Agnes-Miegel-Platz 3, Tel.: 05723-917 317, e-mail: post@agnes-miegel-gesellschaft.de

Um ihre Bildung und Erziehung zu vervollkommnen hat Agnes Miegel in den Jahren 1894 bis 1896 in Weimar ein Mädchenpensionat besucht. Noch im Jahr ihres Todes 1964 erinnerte sie sich gut daran: „Der Groschen fiel erst in der lieben alten ‚Pension Koch‘ bei einem sehr guten Weimarer Lehrer (bei dem ich zuerst meinen größten Lacherfolg hatte, als ich ihm Goethes ‚Osterspaziergang‘ treuherzig-begeistert auf gut Ostpreußisch vortrug!!-)“.

Die „Klassikerstadt“ mit ihren Dichterhäusern, dem Hoftheater und dem Ilmpark wurde für Agnes Miegel nicht nur zum glücklichen Bildungserlebnis, sondern beförderte ihr Werden als Dichterin, prägte ihr Verständnis von Kultur. Immer wieder kam Agnes Miegel in Briefen und Erinnerungen auf ihre Weimarer Zeit zurück und gewährt uns damit bisher unbekannte Einblicke in das Innenleben eines Weimarer Mädchenpensionats vor 1900.

Diese Edition vereint erstmals Agnes Miegels amüsante Schilderungen ihres Unterrichts, zauberhafte Beschreibungen ihrer Parkspaziergänge und Theaterbesuche sowie lebendige Alltagsbeobachtungen in ihrem Weimarer Pensionat. Eine ausführliche Einleitung arbeitet die Entwicklungsgeschichte der Mädchenpensionate im 19. Jahrhundert auf und widerlegt auf breiter Quellenbasis das bis heute in der Wissenschaft dominierende Negativbild dieser privaten Bildungseinrichtungen für höhere Töchter. Angeregt von Agnes Miegels Erlebnissen wird dagegen bisher unbekanntes pädagogisches Potenzial der Pensionate herausgearbeitet.

 

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Im August erreichte mich eine erfreuliche Nachricht aus der Bar Ilan University in Ramat Gan, Israel (bei Tel Aviv) – der Aufsatz einer jungen Literaturwissenschaftlerin über Abisag von Sunem, eine Figur aus dem Alten Testament, ist endlich publiziert worden, in der renommierten Fachzeitschrift „neohelicon“. Vor einigen Jahren hatte mich Frau Dr. Anat Koplowitz-Breier angeschrieben und um den Text von Agnes Miegels Gedicht über diese biblische Gestalt gebeten, der ihr nicht zugänglich war. In ihrem Aufsatz vergleicht sie die dichterische Ausformung dieser Figur in Gedichten von Rainer Maria Rilke, Hedwig Caspari, Franz Theodor Csokor und Agnes Miegel. Diese wissenschaftliche Abhandlung „Biblical/modern intergenerational conflict: four modern German poets on ‚Abishag the Shunammite’“  ist in englischer Sprache erschienen und befasst sich streng literaturwissenschaftlich sachlich mit dem Thema der vier Gedichte.
Erfreulich ist diese Neuigkeit in mehrfacher Hinsicht: dass eine junge Literaturwissenschaftlerin sich mit einem Gedicht von Agnes Miegel eingehend auseinandersetzt und dies ohne jegliche ideologische Vorbehalte tut – umso mehr noch, als diese Wissenschaftlerin in Israel tätig ist. Thematisch befasst sie sich ausschließlich mit den Gedichten der genannten vier Autoren, im Falle Agnes Miegels mit dem Gedicht, das 1901 zuerst veröffentlich wurde – ein literarisch wertvolles Gedicht mit besonderer Aussage. Dabei schweift die Autorin nicht ab zu der einzigen Thematik, die deutsche Intellektuelle seit etlichen Jahren oder Jahrzehnten vorrangig beschäftigt und gebannt hält.
Damit hat wieder einmal die ausländische Germanistik der deutschen einiges an Unbefangenheit voraus. Ich erinnere hier an die Analyse des polnischen Germanisten Tadeusz Namowicz über Agnes Miegel als grenzlanddeutsche Dichterin ihrer Zeit, wobei er zu dem Ergebnis gelangt, sie sei keine ‚NS-Dichterin’…
Es ist an der Zeit, dass auch hierzulande Germanisten und Historiker sich wieder wissenschaftlich ernsthaft mit Agnes Miegels dichterischen Werken und ihrem Leben in ihrer Zeit befassen, statt mit Vorurteilen. Es ist an der Zeit, dass einer sachlich unbestechlich argumentierenden Wissenschaft wieder mehr Wertschätzung entgegengebracht wird als einer ‚politisch korrekten’ unwissenschaftlichen Debatte voller Polemik, Halbwissen und Ignoranz.
Dr. Marianne Kopp

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In der aktuellen öffentlichen Kontroverse um Agnes Miegel geht es nicht um ihre Bedeutung als Dichterin des 20. Jahrhunderts, deren Schaffenszeit fast sieben Jahrzehnte umspannte, sondern einzig um ihre Stellung innerhalb der 12 Jahre der NS-Diktatur. Viele Journalisten, Germanisten und Historiker führen diese Auseinandersetzung mit Methoden, deren Seriosität fragwürdig ist.

So möchte ich an dieser Stelle einmal die Maximen wissenschaftlichen Arbeitens nennen, die grundsätzlich und insbesondere bei diesem Thema unabdingbar sind.

1. Seriöses wissenschaftliches Arbeiten sollte ergebnisoffen und ohne Parteilichkeit durchgeführt werden. Wer eine vorgefasste Meinung belegen und „beweisen“ will, arbeitet nicht wissenschaftlich objektiv.

2. Behauptungen müssen durch möglichst genaue Quellen gestützt werden. Nur sorgfältige Recherchen können zu einigermaßen differenzierten Ergebnissen führen. Gerade bei biografischen Arbeiten muss man sich aber bewusst machen, dass man nur Mosaiksteine zusammenfügen, jedoch kein lückenloses Gesamtbild rekonstruieren kann.

3. Wer nur die (oft unbewiesenen und sachlich falschen!) Behauptungen anderer als Autoritäten zitiert, betreibt keine wissenschaftliche Suche nach der historischen Wahrheit, sondern Manipulation.

4. SAPERE AUDE! Diese Maxime des Königsberger Philosophen Immanuel Kant sei jedem Forscher ans Herz gelegt. Sie besagt: Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen, bilde dir selbst ein Urteil, sei kritisch, lass dich nicht manipulieren…

5. Zitate und Fakten müssen in ihrem historischen Kontext betrachten werden. In Bezug auf die NS-Zeit bedeutet das vor allem, dass man Worte und Handlungen, die aus diesen Jahren belegt sind, nicht aus der Schau von heute beurteilen darf, nicht aus dem Mehrwissen über die Zeit nach 1945 oder mit aller pauschalierenden Unkenntnis über die tatsächlichen Verhältnisse und Lebensbedingungen für die Menschen in jener Zeit.

Dr. phil. Marianne Kopp

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